Aneurysmen und Angiome

Neurochirurgie

Direktor:
Prof. Dr. med. Michael Buchfelder

Aneurysmen und Angiome

Hirngefäßaneurysmen sind blasenartige Schwachstellen an Aufzweigungen von Hirngefäßen. Bis zu fünf Prozent aller Menschen sind Träger solcher Aneurysmen, bei jedem fünften Aneurysmaträger liegt sogar mehr als ein Aneurysma vor. Die meisten Aneurysmen treten sporadisch auf, es gibt jedoch auch seltene Bindegewebserkrankungen, die gehäuft mit Aneurysmen einhergehen. Zusätzlich spielen Erbfaktoren eine Rolle, so dass es zu einem familiär gehäuften Auftreten kommen kann. Als zusätzliche Risikofaktoren sind Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, Rauchen, überhöhter Alkoholkonsum und andere ungünstige Faktoren der Lebensführung bekannt.

Die Hauptgefahr von Hirngefäßaneurysmen besteht in der Auslösung einer lebensbebedrohlichen Subarachnoidalblutung, die durch einen Einriss der dünnen Wand dieser Gefäßblasen im Rahmen eines Blutdruckanstiegs entsteht. Dies macht sich in einem Vernichtungskopfschmerzereignis bis hin zur Bewusstlosigkeit bemerkbar. Solche Blutungen haben eine Sterblichkeit von bis zu 50%.

Viele Hirngefäßaneurysmenträger werden heute - schon vor einer Blutung im Rahmen einer Kernspintomografie zufällig entdeckt. Dies eröffnet die Chance, das Aneurysma schon bevor noch eine Blutung entsteht, auszuschalten. Prinzipiell kann ein Aneurysma entweder operativ mittels „Clipping“, d.h. mit einem mikrochirurgischen Eingriff oder endovaskulär mittels „Coiling“, d.h. über einen Katheter aus der Leiste versorgt werden. Beide Methoden werden an unserem Zentrum in Zusammenarbeit mit der Klinik für Neuroradiologie, häufig und mit großer Expertise durchgeführt. Die Auswahl der Therapiemethode erfolgt in jedem Fall nach einer interdisziplinären Besprechung, in der die für den einzelnen Patienten individuell beste Behandlung ausgewählt wird.

Ähnliches gilt für Hirngefäßangiome, die ebenfalls zu lebensbedrohlichen Blutungen führen können, die aber hauptsächlich durch das Auftreten einer Epilepsie diagnostiziert werden. Ziel der Hirngefäßsprechstunde ist es, Sie über die individuellen Eigenheiten des vorliegende Aneurysmas oder Angioms aufzuklären, insbesondere das Blutungsrisiko einzuschätzen und Ihnen eine adäquate Therapie zu empfehlen. Des Weiteren werden Art und Ablauf des Eingriffs und die damit verbundenen Risiken besprochen.

 
 
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Zusammenfassung