Bandscheibenvorfall

Neurochirurgie

Direktor:
Prof. Dr. med. Michael Buchfelder

Bandscheibenvorfall

Die Wirbelsäule ist in 24 Bewegungssegmente (7 cervikal, 12 thorakal, 5 lumbal) aufgebaut. Ein Bewegungssegment setzt sich aus einer Bandscheibe und den beiden angrenzenden Wirbelkörpern zusammen. Mit zunehmendem Alter kommt es zu einem Verschleiß mit Knochenverdickungen, Bandlockerungen und Degenerationen der Bandscheibe. Diese Verschleißerscheinungen treten ab dem 20. Lebensjahr ein und werden durch einseitige Belastungen, falsche Körperhaltungen beim Heben, Übergewicht oder andere Faktoren beschleunigt.

Veränderungen an der Wirbelsäule und Vorwölbungen der Bandscheibe sind bei der Mehrzahl der Menschen im MRT erkennbar, meistens ohne Krankheitswert. Von einer Volkskrankheit spricht man beim Bandscheibenvorfall, weil etwa fünf Prozent aller Menschen mindestens einmal im Leben davon betroffen sind.

Durch Risse im ringförmigen Band, dem Anulus fibrosus, tritt Gewebe aus dem Inneren der Bandscheibe in Richtung des Spinalkanals oder der Nervenwurzeln aus.  Die Größe ist dabei variabel. Problematisch wird es, wenn das Bandscheibenstück in den Spinalkanal oder das Neuroforamen austritt und dort Nervenwurzeln oder das Rückenmark komprimiert. Je nach Größe und Lage des Vorfalls können dann typische Symptome für lumbale, thorakale oder zervikale Bandscheibenvorfälle auftreten.

Die meisten Bandscheibenbeschwerden bessern sich nach wenigen Tagen bis Wochen durch Schonung, Medikamente und Physiotherapie. Bessern sich die Schmerzen innerhalb von sechs Wochen nicht deutlich oder liegen stärkste Schmerzen oder ein Kraftverlust vor, sollte man eine operative Entlastung prüfen.
Ein Notfall für eine sofortige Operation liegt vor, wenn ein kompletter Kraftverlust eines Muskels oder eine Blasenentleerungsstörung auftritt.

Die Operation des Bandscheibenvorfalls erfolgt unter dem Operationsmikroskop in minimalinvasiver, mikrochirurgischer Technik. Je nach Bandscheibenvorfall, ist vor allem an der Halswirbelsäule ein Bandscheibenersatz notwendig.

Gerne beraten wir Sie in unserer Sprechstunde rund um das Thema Wirbelsäule.