Implantierte Streifenelektroden erlauben die direkte Ableitung des EEG von der Hirnoberfläche (Elektrokortikographie) und somit eine präzise Bestimmung des anfallsauslösenden Gehirnareals.
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Die Arbeitsgruppe Epilepsiechirurgie der Neurochirurgischen Klinik arbeitet eng interdisziplinär mit dem Epilepsiezentrum (ZEE) (Leiter: Prof. Dr. med. H. Stefan) der Neurologischen Klinik, sowie der der Neuropädiatrie (Leiter: Prof. Dr. med. D. Wenzel) an der Kinderklinik zusammen. Die interdisziplinäre Erlanger Arbeitsgruppe Epilepsiechirurgie erhielt 1993 die behördliche Anerkennung als Grad IV-Zentrum zur Versorgung von Patienten mit schwer behandelbarem Anfallsleiden.
Nach den präoperativen Untersuchungen im Epilepsiezentrums (ZEE) wird für jeden einzelnen Patienten anhand der erstellten epileptologischen, neurophysiologischen, neuropsychologischen, nuklearmedizinischen und neuroradiologischen Befunde ein individueller Behandlungsplan erstellt. Dabei werden auch alle gängigen operativen epilepsiechirurgischen Verfahren angeboten. Dies kann im Einzelfall eine operative Abtragung anfallsauslösender Gehirnzentren, eine Durchtrennung von Ausbreitungsbahnen der Anfälle oder aber auch ein Nervenstimulator (Vagusstimulator) sein.
Neben den operativen Standardverfahren liegt der operative Schwerpunkt im Epilepsiezentrum (ZEE) bei möglichst schonenden und minimal-invasiven Eingriffen. Dies wird neben der exakten präoperativen Diagnostik insbesondere durch die intraoperative Ableitung der Elektrokortikographie (EEG der Hirnoberfläche), durch die funktionelle Neuronavigation und intraoperative Kernspintomographie erreicht. Somit kann für jeden individuellen Patienten eine sehr hohe Präzision und Sicherheit bei den verschiedenen epilepsiechirurgischen Verfahren erreicht werden ("tailored resections").
Der Schwerpunkt des wissenschaftlichen Interesses liegt bei Untersuchungen zur erfolgreichen Anfallskontrolle in Beziehung zu neuropsychologischen Aspekten und der Ausdehnung der Resektion. Wie sich zeigt, kann dabei nach operativer Abtragung nur geringer und umschriebener Hirnvolumina eine sehr gute Anfallskontrolle und eine Verbesserung des neuropsychologischen Ergebnisses erreicht werden. In enger Kooperation mit dem Lehrstuhl für Neuropathologie (Leitung: Prof. Dr. med. I. Blümcke) erfolgen Untersuchungen zu morphologischen Besonderheiten anfallsauslösender Gehirnareale. Der Wert neuerer, nicht-resezierender operativer Verfahren zur Behandlung pharmakoresistenter Epilepsien (z. B. multipler subpialer Transsektionen, Vagusstimulation) wird geprüft.
intraoperative Bildgebung im Rahmen der Epilespiechirurgie: vor der Gewebeabtragung erfolgen EEG-Ableitungen auch aus tieferen Hirnarealen (links), danach wird selektiv der Anfallsgenerator abgetragen (rechts).



