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Neurozentrum

Das Neurozentrum am Uni-Klinikum ist die erste, als solche definierte Einrichtung dieser Art. Selbst auf internationaler Ebene mangelt es bisher an Möglichkeiten, die Flut von Neurodaten, die mit modernsten computergestützten medizin-technischen Geräten gewonnen werden, zu kanalisieren, miteinander zu vernetzen und im Verbund mit neuesten Methoden der Informatik zum Wohle der Patienten einzusetzen.

I. Neurovaskuläres Monitoring:
Für die Mikrozirkulation stehen LDF, TCD, O2, Infrared-Spektroskopie zur Verfügung, für das neurophysiologische Monitoring kontinuierliches EMG, Muster ERG, VEP. Allen Projekten gemeinsam ist die computergestützte Analyse zur Erkennung von Biosignalen.

II. Bildgebung und Bildverarbeitung:
Zur Verfügung stehen verschiedene Methoden der Bildgebung, wie CT, MR, daneben Brainmapping mit EEG, MEG, fMRI. Darüber hinaus die Biomorphometrie der Papille 2- und 3-dimensional und die Computerinterferrenztomographie (CIT). Für die Verarbeitung von Bilddaten wird Software zur Registrierung multimodaler Bilddaten, 3D Visualisierung von Volumendaten, Segmentierung von Strukturen (Tumore, Gefäße) und Lokalisation von Funktionen benötigt. Diese steht nur teilweise mit den Geräten der Bildgebung zur Verfügung.

III. Minimal invasive Mikrochirurgie:
Methodisch gemeinsam ist den Anträgen, die vornehmlich aus der Augenklinik und der Neurochirurgie stammen, Untersuchungen mit folgenden Methoden.

Im Rahmen dieser Projekte profitieren schwerpunktmäßig folgende Krankheiten und Krankheitsgruppen von der interdisziplinär eingesetzten Methodik:

  • Lokalisation von Hirn- und Augentumoren, sowie die navigationsgestützte Operation zur radikaleren, aber schonenderen Entfernung von Hirntumoren
  • Telemedizinische Beratung auf dem Gebiet der Glaukome, der neurovaskulären Prozesse, einschließlich des Schlaganfalls, funktionelle Neuronavigation bei Tumoren, Epilepsie
  • Epilepsiechirurgie zur Lokalisation der Ursachen und gezielten OP-Planung
  • Erkrankungen mit Beteiligung des autonomen Nervensystems (z.B. Durchblutungsstörungen der Augen und des Gehirns, Hypertonus, Diabetes)
  • Nichtmechanische Chirurgie der Hornhaut
  • Funktionelle Bildgebung bei endogenen Psychosen

Das Neurozentrum ist räumlich auf kurzem Weg zu den Kliniken angebunden. Es besteht eine ortsgebundene, zur kontinuierlichen Animation anregende Großbüroatmosphäre mit Möglichkeiten zum interdisziplinären wissenschaftlichen Austausch. Die Installation des Neurozentrums von der Konzeption zur architektonischen und wissenschaftlichen Umsetzung erfolgte auf der Basis eines über 1½ Jahre durchgeführten Jour fixes. Daran nahmen alle Beteiligten teil, sowie Gäste aus Universitäten und Industrie, die vornehmlich Projekte zum Thema Vernetzung vorstellten. Nach Vorlage von ausformulierten interdisziplinären Projektanträgen werden seit Januar 2000 in einer für drei Jahre geplanten Aufbauphase Einzelprojekte gefördert. Diese werden zunächst befristet für ein Jahr vergeben. Nach Berichterstattung am Ende des Kalenderjahres ist eine weitere Verlängerung möglich. Entsprechend sind die Arbeitsplätze nicht fest installiert, sondern auch optisch mobil gestaltet. Über die Anträge entschied interimsmäßig ein Gremium, bestehend aus den vier Klinikdirektoren und Teilprojektleitern.

Die Entwicklung des Neurozentrums ist dynamisch. Nach einer 3-jährigen Aufbauphase, in der sich das Neurozentrum in seinen Strukturen weiter etablieren muß, erfolgt dann die Konsolidierungsphase. Strukturell soll neben einer Leitungsebene mit Sprecher, Forschungskollegium, Mitgliederversammlung und Teilbereichsleiter ein wissenschaftlicher Beirat sowie Vertreter der indirekten Finanzierung vertreten sein.